Dienstag, 16. Oktober 2012

[Rezension] Liebesschmarrn und Erdbeerblues von Angelika Schwarzhuber

Traumprinz gesucht, Bayer gefunden - Sagt man in Bayern eigentlich auch »Ich liebe dich«?
Michi ist ihr Traummann – bis er »Ich liebe dich« zu ihr sagt. Genauer: »I hob mi fei sakrisch in di valiabt«. Lene rennt kopflos davon und kommt zu dem Schluss: Auf Bayerisch gibt es Liebe nicht!

Diese Theorie schlägt nicht nur im niederbayerischen Passau hohe Wellen und beschert Lene mehrere Männer, die ihr das Gegenteil beweisen wollen. Da ist Karl Huber, der Sprachwissenschaftler, der die bayerische Kultur durch diesen »Schmarrn« gefährdet sieht. Ernesto, der Spanier, der so schön »Te quiero« sagen kann. Und immer noch oder schon wieder Michi, der zu ihr zurückwill. Doch was will Lene?

Der Regionalkrimi war gestern - Regionalromantik ist heute!

Quelle

Achtung Spoiler-Alarm!
Lene arbeite in der Anzeigenannahme einer Passauer Zeitung. Eigentlich könnte ihr Leben nicht besser laufen, denn sie ist zufrieden und an ihren Traumman Michi vergeben.
Die Dinge ändern sich für sie schlagartig, als Michi ihr eine waschechte bayrische Liebeserklärung macht, die Lene nicht erwidern kann, denn sie findet, dass es auf bayrisch gar keine echte Übersetzung und vorallem keinen gleichwertigen Ausdruck für "Ich liebe dich" gibt. Und so ist der Traummann schneller weg als Lene schauen kann.

Ihre Theorie macht Lene bald sehr bekannt und sie ruft nicht nur etliche Leute auf den Plan die Lene vom Gegenteil überzeugen wollen, sondern auch etliche Männer (und Frauen) die Lene den Hof machen. Schnell wächst Lene das alles über den Kopf und ihr Ex Michi taucht auch wieder auf der Bildfläche auf.

Während Lene sich 
über ihren stärksten Gegner Karl Huber, einen Sprachwissenschaftler, ärgert, 
Ernesto, den rassigen Spanier datet, 
Michi, der eine neue Freundin hat küsst, 
Matthias, ihren Chef äusserst anziehend findet 
und Anne, eine lesbische Verehrerin plötzlich mit ganz anderen Augen sieht,
passieren noch ganz andere Dinge, die ihr Leben plötzlich immer einsamer und schwieriger werden lassen. Der Ruhm hat auch seine Schattenseiten und Lene's beste Freundin Claudia und ihr Vater stehen ihr bald nicht mehr zur Seite.

Doch Lene muss sich entscheiden, den richtigen Mann finden und einiges in ihrem Leben wieder geradebiegen. Doch wer wird der Glückliche an ihrer Seite werden?


Liebesschmarrn und Erdbeerblues hat mich auf den ersten Blick angesprochen, es handelt sich hier um den Debütroman der Autorin Angelika Schwarzhuber. Ich bin ja bekennender Fan von bayrischen Regional-Krimis und dachte mir, dass bayrische Regionalromantik mindestens genauso gut sein muss. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Besonders hervorheben möchte ich auch vorab schon den Einband des Buches, er fühlt sich toll an und liegt super in der Hand!

Lene's Problem mit der Liebe ist, dass es sie auf bayrisch nicht gibt...denn die Bayern haben keinen expliziten Satz der "Ich liebe dich" ausdrückt. Es gibt viele Umschreibungen und die sind dabei teilweise zum Brüllen komisch, aber das altbekannte "I liab di." ist vollkommen unromantisch und damit tritt Lene eine Lawine los die den Leser auf eine amüsante, leidenschaftliche Reise mitnimmt, die mit vielen lustigen Begegnungen der bayrischen Sprache und Kultur einhergeht.

Angelika Schwarzhuber's Schreibstil gefällt mir super, er ist locker und leicht zu lesen und ab und zu kommt das "Bayrisch" in ihrem Schreibstil hervor- nicht so viel dass es störend wäre sondern nur so viel, dass es absolut sympathisch und authentisch rüberkommt.

Die Story ist generell eine typische Liebesgeschichte, dabei aber nie langweilig oder abgedroschen. Ich habe das Buch genossen und habe es innerhalb von zwei Tagen durchgelesen und bin schon gespannt auf weitere Bücher der Autorin.
Leichte Kost vermischt mit Liebe, etwas Herzschmerz, viel Bayern und tollen Charakteren, kurzum: ein Buch das richtig viel Spaß macht.


Lesen Sie im Buch: Schwarzhuber, Angelika - Liebesschmarrn und Erdbeerblues
 
Von mir gibt's eine absolute Lese-Empfehlung!
 


Angelika Schwarzhuber wurde 1965 in Niederbayern geboren. Schon von klein auf hat sie Geschichten erfunden und Bücher zu schreiben war ihr größter Traum.
Bevor ihr Traum jedoch wahr wurde, ging es beruflich zunächst in eine andere Richtung und sie wurde Mutter von zwei Söhnen.
Mittlerweile hat sie ihren Traum also zum Beruf gemacht und ist jetzt Autorin.


Das Buch erschien am 16. Juli 2012 im Blanvalet Taschenbuch Verlag und hat ca. 352 Seiten. Preis ca. 9,99€,  ISBN: 978-3442379552

Kommentare:

  1. Danke fia den Buchtipp!!!
    I hobs no goaned kennt...desweng wiad des glei amoi kafft.
    Und ja, in Bayern gibts wirkle koan richtigen Ausdruck fia "Ich liebe dich".
    Des bringma mia einfach ned über de Lippen :)
    Oba mei, so is hoid :)

    Liabe Grias aus Passau-City

    Simone

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    Antworten
    1. Na, da sieht man doch gleich wieder den Charme der bayrischen Sprache!
      Freut mich, dass ich Dir einen Buchtip geben konnte und hoffe, dass Du Spaß am Lesen hast!

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  2. Schade, da kam mir schon einer zuvor. Denn ich hab nach kurzem Nachdenken auch festgestellt, dass es dieses "Ich liebe Dich" in Bayern nicht gibt.
    Regionalromantik - ooooh, muss ich haben, wobei ich die Krimis auch seeeehr gern hab.
    Danke für den Tipp!

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    Antworten
    1. Bitte, sehr gern :)
      Bevor ich das Buch gelesen habe, habe ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken zum Thema "bayrisches Ich liebe Dich" gemacht, aber ich fand's echt spannend zu lesen was man stattdessen sagen kann um seine Liebe auszudrücken!

      Und Regionalkrimis liebe ich, die sind einfach toll!

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Ganz lieben Dank für Deinen Kommentar, ich freue mich sehr darüber <3

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